Durch ein Warnsignal rechtzeitig im Krisenfall gewarnt zu werden, ist unerlässlich. Im Notfall zählt jede Sekunde. Wie erhalten Sie Warnsignale, welche gibt es und was bedeuten sie? Wir geben einen Überblick über die Kommunikation in Notsituationen und wie Sie sich bei einem Warnsignal richtig verhalten.

Warum gibt es ein Warnsignal?

Die Lage im Katastrophenfall kann für die Bevölkerung undurchsichtig sein: Ist es ein großflächiger Waldbrand? Droht Hochwasser oder ein Blackout? Herrscht Gefahr durch einen Chemieunfall? Um solche Fragen zu beantworten, setzen Länder und Kommunen Warnsignale via Sirenen und andere Kommunikationskanäle ein. Im Krisenfall ertönt ein Warnsignal via App oder den öffentlichen Sirenen der Stadt bzw. Gemeinde. Neu hinzugekommen ist der Mobilfunkdienst Cell Broadcast. Damit wurden die bereits bestehenden Kommunikationskanäle um eine weitere Warnmöglichkeit ergänzt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass im Krisenfall eine möglichst breite Masse der Bevölkerung erreicht wird. Eine Übersicht:

Gut zu wissen: Mit dem Mobilfunkdienst Cell Broadcast erhalten Sie Warnsignale direkt auf Ihr Handy bzw. Smartphone. Ihre Telefonnummer oder andere personenbezogene Daten werden nicht erhoben oder verarbeitet. Um Warnsignale zu empfangen, muss das Endgerät eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden. Ob Ihr Endgerät die technischen Voraussetzungen für Cell Broadcast erfüllt, können Sie hier nachschauen.

Um sicherzustellen, dass die Kommunikationskanäle funktionsfähig sind, werden sie regelmäßig als Probealarm getestet. So wurde etwa am bundesweiten Warntag die korrekte Funktionsweise von Apps, Sirenen und Cell Broadcast überprüft.

Warnsignal über Sirenen: Was bedeutet der Ton?

Mit den Kommunikationskanälen Apps, Radio/TV oder Online-Dienste erhalten Sie die eindeutige Information, um welchen Krisenfall es sich handelt. Anders bei einem Warnsignal durch die Sirenen: Hier wird ein Ton verwendet, der im Allgemeinen über einen Krisenfall warnt. Ein Warnsignal über Sirenen hat einen Weckeffekt. Er ist also sehr laut, im Alltag nicht zu überhören und soll auch Schlafende alarmieren.

Je nach Stadt bzw. Gemeinde ertönen ortsspezifische Warnsignale über die Sirenen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung über den Einsatz der lokalen Sirenen. Diese bundesweit einheitlichen Warnsignale sollten Sie aber kennen:

Warnsignal bei einer Gefahrenlage

Eine Minute lang heult die Sirene mit einem in Wellen auf- und abschwellenden Ton. Informieren Sie sich mithilfe der oben genannten Quellen über die Gefahrenlage.

Entwarnung einer Gefahrenlage

Eine Minute lang heult die Sirene mit einem gleichbleibenden Ton.

Warnsignal für Einsatzkräfte

15 Sekunden gleichbleibender Ton, 7 Sekunden Pause, 15 Sekunden gleichbleibender Ton, 7 Sekunden Pause, 15 Sekunden gleichbleibender Ton. Dieses Warnsignal dauert insgesamt ca. eine Minute und gilt als Aufruf für die Einsatzkräfte. Wenn Sie dieses Warnsignal hören, achten Sie insbesondere auf Einsatzfahrzeuge im Verkehr und machen ihnen genügend Platz zum Ausrücken.

Wie verhalten Sie sich richtig bei einem Warnsignal?

Wer kümmert sich im Notfall um pflegebedürftige Personen? Verfügt die Familie über einen Notvorrat, wenn das Zuhause über einen längeren Zeitraum nicht verlassen werden kann? Wird es einen Sammelpunkt geben? Sprechen Sie bereits im Vorfeld mit Ihrer Familie über einen Notfallplan im Krisenfall, sodass alle vorbereitet sind.

Haben Sie die Warn-Apps installiert, erhalten Sie auch Warnsignale über Ereignisse, für die noch kein Handlungsbedarf besteht. Sollte es sich aber um eine akute Gefahrenlage handeln, bewahren Sie Ruhe und verfallen Sie nicht in Panik.

  1. Es ertönt ein Warnsignal und Sie sind zu dem Zeitpunkt draußen? Begeben Sie sich unmittelbar an einen sicheren Ort (bspw. Zuhause oder Büro) oder suchen Sie Schutz in einem nächstgelegenen Gebäude. Befinden Sie sich bereits in einem Gebäude? Dann bleiben Sie drinnen. Schließen Sie Fenster und Türen.
  2. Informieren Sie sich über die oben genannten Kommunikationsmittel über die Gefahrenlage. Folgen Sie den entsprechenden Handlungsempfehlungen, die Ihnen vermittelt werden.
  3. Halten Sie die Notrufnummern 110 oder 112 frei und rufen Sie nur in Notfällen an.
  4. Warten Sie bis die Gefahrenlage vorbei ist und das Signal zur Entwarnung ertönt.

Ausfall von Strom und Mobilfunknetz: Im Krisenfall vernetzt bleiben

Fällt im Extremfall Blackout der Strom aus, funktionieren Radio oder Fernseher nicht mehr. Elektrogeräte wie Handy bzw. Smartphone, Laptop und PC arbeiten nur noch so lange bis der Akku leer ist. Ein Update zur aktuellen Gefahrenlage erhalten Sie danach nicht mehr. Um auch in solchen Fällen informiert zu bleiben, lohnt sich eine Powerbank. Damit können Sie einige Ihre Elektrogeräte laden und wieder Informationen empfangen. Wir empfehlen, in regelmäßigen Abständen den Akku im Vorfeld zu laden. So stellen Sie sicher, dass die Powerbank zu jeder Zeit funktionsfähig ist.

Ganz ohne Stromzufuhr läuft hingegen ein Kurbelradio: Durch das Kurbeln bleiben Sie selbst bei einem Ausfall von Strom und Mobilfunknetz über den lokalen Radiosender auf dem Neuesten. In einem Kurbelradio ist in der Regel ein Akku integriert, womit Sie auch ohne Kurbeln Radio hören können. Auch hier empfiehlt es sich, den Akku regelmäßig im Vorfeld zu laden, um eine vollständige Entladung zu vermeiden.

Wenn Sie Ihr Smartphone als Radio nutzen möchten, benötigen Sie lediglich einen 3,5 mm Klinkenstecker, welches Sie in den Klinkenanschluss stecken. Vorsicht: Neuere Smartphones kommen nur noch mit USB-C-Anschluss und besitzen keinen Klinkenanschluss mehr. In diesem Fall brauchen Sie zusätzlich einen entsprechenden Klinken-Adapter. Laden Sie sich außerdem im App-Store eine Radio-App herunter, mit der Sie Radiosender empfangen können, und dann kann es los gehen.

Tipp für das Radio: Notieren Sie sich im Vorfeld die Frequenzen der regionalen Radiosender. Fällt im Krisenfall das Mobilfunknetz aus, haben Sie keinen Zugang zum mobilen Internet. So haben Sie keine Möglichkeit online nachzuschauen, welcher Sender für Ihre Region relevant ist.  

Überblick über die Produkte für den Empfang von Warnsignalen im Krisenfall:

Sie haben noch Fragen? Wir geben Ihnen Antworten.

Warnsignale im Krisenfall erkennen und die richtige Kommunikation in Notsituationen: im Katastrophenfall unerlässlich. Das haben wir als ehrenamtliche Hilfskräfte im Technischen Hilfswerk (THW) während unserer Einsätze zu spüren bekommen. Unser Wissen aus der Praxis möchten wir weitergeben und den Katastrophen- und Zivilschutz für alle verbessern. Erfahren Sie mehr zu uns.

Wir möchten unser Wissen über den Katastrophenschutz mit Ihnen teilen. Was interessiert Sie neben dem Warnsignal im Krisenfall noch? Schreiben Sie uns an info@inventied.de.

Autor: Markus Weidmann
Autor: Markus Weidmann

CTO bei inventied

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