Ob bei Hochwasserlagen, im Zivilschutz oder bei der Jugendarbeit – das Technische Hilfswerk (THW) lebt vom Engagement seiner Helferinnen und Helfer. Doch noch immer stoßen Menschen mit Behinderung im Ehrenamt auf Hürden. Dabei liegt gerade in der Inklusion im THW-Fundraising eine große Chance: Wer die Vielfalt der Gesellschaft abbildet, stärkt den Zusammenhalt und gewinnt wertvolle Kompetenzen für den Ernstfall.

Barrierefreie Unterkünfte, inklusive Trainingsformate oder Einsatzfahrzeuge mit Rollstuhlrampe – all das lässt sich finanzieren. Möglich machen das gezielte Spendenkampagnen und staatliche oder private Förderprogramme. Doch wie gelingt die Beschaffung dieser Mittel konkret? Und welche Projekte konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden?

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie inklusive Maßnahmen im THW erfolgreich umsetzen, passende Fördertöpfe nutzen und durch professionelles Fundraising neue Unterstützer gewinnen. Egal ob Sie als Kommune, THW-Ortsverband, BOS-Mitglied oder im Vorstand eines THW-Helfervereins mitarbeiten – die strukturierten Strategien in diesem Leitfaden helfen Ihnen, Ihre Projekte effektiv und nachhaltig zu finanzieren.

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Was sollten Sie zum Thema Inklusion im THW-Fundraising unbedingt wissen?

  • Bis zu 90 % Zuschussrate: Förderprogramme wie Aktion Mensch unterstützen barrierefreie Infrastruktur, inklusive Öffentlichkeitsarbeit oder Technikanschaffungen mit hohen finanziellen Zuschüssen.
  • Mehrwert durch Vielfalt: THW-Ortsverbände mit inklusiven Strukturen gewinnen an gesellschaftlicher Akzeptanz und stärken langfristig ihre Nachwuchsarbeit.
  • Barrierefreiheit ist finanzierbar: Von der rollstuhlgerechten Unterkunft bis zur Einsatzkleidung in Übergrößen – gezielte Spendenaktionen ermöglichen Inklusion und erhöhen gleichzeitig die Sichtbarkeit in der Region.

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Warum ist Inklusion im THW-Fundraising ein zukunftsweisendes Thema?

Barrierefreiheit im Katastrophenschutz ist weit mehr als nur eine bauliche Anpassung – sie steht für ein modernes Verständnis von Teilhabe und Sicherheit. Immer mehr THW-Ortsverbände erkennen das gesellschaftliche Potenzial, das in der aktiven Einbindung von Menschen mit Behinderung liegt. Doch wie lässt sich das umsetzen, wenn technische Ausstattung und Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen? Genau hier setzt das Inklusion im THW-Fundraising an: Es zeigt Möglichkeiten auf, wie über Fördermittel und eingeworbene Spenden gezielt Barrieren abgebaut werden – nachhaltig, strukturiert und praxisnah.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für inklusive Projekte beim THW?

Für Helfervereinigungen des Technischen Hilfswerks steht eine breite Palette an Finanzierungsquellen bereit, um inklusive Maßnahmen umzusetzen. Die bekannte Stiftung Aktion Mensch zählt mit Zuschüssen bis zu 90 % zu den wichtigsten Anlaufstellen. Gefördert werden u. a. rollstuhlgerechte Zugänge, Schulungen in Leichter Sprache oder inklusive Informationsmaterialien.

Darüber hinaus bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) innerhalb seiner Inklusionsinitiativen ebenfalls Förderlinien für gemeinnützige Projekte. Auch lokale Stiftungen und Institutionen wie die Stiftung Technisches Hilfswerk oder die THW-Bundesvereinigung e.V. unterstützen Vorhaben zur Stärkung inklusiver Einsatzfähigkeit.

Tipp: Die Rollwagenrampen Explorer und Vario sind eine gute Ergänzung für barrierefreie Infrastruktur – ob bei Veranstaltungen oder in der Fahrzeughalle. Sie schaffen sicheren Zugang für Rollstuhlfahrer und erleichtern gleichzeitig das Handling von Rollcontainern oder anderem Material.

Welche konkreten Projekte lassen sich über Inklusion im THW-Fundraising verwirklichen?

Die Einsatzmöglichkeiten reichen weit über bauliche Maßnahmen hinaus. Im Fokus stehen zum Beispiel:

  • Barrierefreie Unterkunfts- und Schulungsräume – ausgestattet mit flexiblen Möbeln, rollstuhlgerechten Sanitärräumen und Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen.
  • Digitale Barrierefreiheit – etwa barrierearme Websites nach WCAG 2.1, mehrsprachige Informationen, Inhalte in Leichter Sprache und Videos mit Gebärdensprache.
  • Erweiterte Einsatzmittel wie Systeme zur barrierefreien Beladung, z. B. Nachrüstkomponenten für das Vario-Load-Rescue-Konzept.

Ein gelungenes Beispiel ist die Crowdfunding-Kampagne des THW-Ortsverbands Dülmen für den Ausbau eines Anhängers. Finanziert wurde damit eine Erweiterung des Einsatzgerüstsystems – mit barriereärmeren Zugängen. Die Laufzeit betrug mehrere Monate, der Erfolg beruhte auf klarer Zielsetzung und starker lokaler Vernetzung.

Wer darf Fördermittel beantragen – und wie läuft das konkret?

THW-Ortsverbände selbst dürfen als staatliche Organisationseinheit keine Spenden direkt annehmen oder Fördermittel beantragen. Hier kommen die THW-Helfervereine ins Spiel: Diese als gemeinnützig anerkannten, rechtsfähigen Vereine sind berechtigt, Projektmittel zu beantragen und Spenden zu verwalten. Sie finanzieren damit Maßnahmen, die dem Ortsverband zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Viele Förderprogramme – z. B. von Aktion Mensch oder den THW-Landeshelfervereinigungen – verlangen neben der Gemeinnützigkeit auch einen ausgearbeiteten Projektentwurf mit seriösem Finanzplan. Meist gibt es eine Förderquote von bis zu 80-90 %. Die verbleibenden Anteile müssen durch zusätzliche Mittel aufgebracht werden – in der Regel über Spendenaktionen oder Sponsoring.

Praxisbeispiel: Für die Umsetzung des barrierefreien Vario-Load-Rescue-Anhängers stellte der verantwortliche THW-Helferverein über die Landeshelfervereinigung einen Antrag. Der erforderliche Eigenanteil kam durch Spenden beim barrierefreien „Tag der offenen Tür für alle“ zusammen – mit THW-Jugend, Kuchenverkauf und anschaulicher Technikführung.

Wie lassen sich Spender gezielt auf Inklusionsprojekte ansprechen?

Fundraising für Inklusion lebt von echten Geschichten. Der Schlüssel liegt in der verständlichen Vermittlung von praktischem Nutzen und emotionaler Relevanz. Eine zentrale Botschaft lautet z. B.: „Wie gelingt Hilfe, die im Notfall alle Menschen erreicht?“

Ob barrierefreie Sanitäreinheit oder inklusives Campingsystem – zeigen Sie, warum das Projekt Ihrem Ortsverband konkret hilft. Auch Spenden von Unternehmen lassen sich so leichter gewinnen – etwa über Sachmittel oder regionale Sponsorings. Wichtig: Werbesichtbarkeit auf Einsatzmaterial (z. B. Fahrzeuge) sollte vorher mit der Regionalstelle abgestimmt werden. Hier gelten strenge Regeln im Einsatzumfeld.

Hilfreich sind zudem aussagekräftige Flyer mit QR-Code zur Spendenseite. Für Online-Spendenplattformen wie Betterplace, viele-schaffen-mehr oder Startnext gilt: Funktioniert am besten mit klarer Zieldefinition, realistischer Laufzeit und regionaler Unterstützung.

Wie lassen sich inklusive Veranstaltungen fürs Fundraising gestalten?

Veranstaltungen mit Inklusionsfokus sind starke Bausteine im Fundraising. Möglich sind zum Beispiel:

  • Tag der offenen Tür mit Dolmetschern für Gebärdensprache, rollstuhlgerechtem Parcours und Mitmachstationen für alle.
  • Kuchenbasar vor dem Ortsverband mit Infostand zum Thema Barrierefreiheit.
  • Sponsorenlauf oder Swimathon – mit medienwirksamer Botschaft: Gemeinsam Barrieren überwinden.
  • Technik zum Anfassen: Stationen, die auf Teilnehmende mit Einschränkungen abgestimmt sind.

Wichtig ist eine umfassende Barrierefreiheit. Dazu gehören rollstuhlgerechte Sanitärlösungen, visuell verständliche Beschilderung und Leichte Sprache in Moderation und Text. Hier bietet sich z. B. die mobile easyToilet als temporäre WC-Einheit für Veranstaltungen an.

Wie können sich Menschen mit Behinderung selbst im Fundraising engagieren?

Inklusive Projekte leben vom Mitgestalten. Viele Menschen mit Behinderung bringen sich bereits als Mentoren, Paten oder Sprecher im Fundraising ein – ob beim Videodreh, als Interviewpartner für die Lokalpresse oder auf Social Media.

Dabei zählt die eigene Erfahrung: „Ich bin Teil des THW – trotz Gehhilfe. Denn die neue Rampe sichert mir den Zugang zum Material.“ Sichtbare Beteiligung macht Inklusion glaubwürdig und mobilisiert Unterstützer.

Digitales Storytelling – beispielsweise über Kurzvideos oder Einsatzberichte – verstärkt die Reichweite und macht Inklusion zum Normalfall. Unterstützen Sie aktive Teilnahme, nicht nur stille Teilhabe.

Produkt-Tipp für Ihre Ortsgruppe: Der MICROCLIP Mikrofonhalter vereinfacht die Bedienung von Funkgeräten für Personen mit eingeschränkter Handmotorik – eine kleine Hilfe mit großer Wirkung im Einsatz.

Welche Rolle spielt Öffentlichkeitsarbeit bei barrierefreien Projekten?

Ohne Öffentlichkeit kein Spendenaufkommen – deshalb ist sichtbare Kommunikation zentral. Nutzen Sie:

  • Social Media-Beiträge mit Beteiligten aus dem Projekt – authentisch, emotional, nachvollziehbar.
  • Berichte in Lokalzeitung oder Radio – rund um Projektstart, Fortschritt oder Meilenstein der Umsetzung.
  • Visualisierungen wie Infografiken zum Stand der Maßnahmen oder Vorher-Nachher-Fotos der Umbauten.

Transparenz ist dabei entscheidend: Zeigen Sie offen, was erreicht wurde – auch wenn der Weg noch nicht abgeschlossen ist. Dank per Namensnennung oder Projektbericht stärkt die Verbindung zu Spendern. Ergänzend hilft der kostenlose Spendenguide mit Checklisten, Vorlagen und Förderlinks zur strategischen Öffentlichkeitsarbeit.

Wie gelingt nachhaltige Inklusion durch gezieltes Fundraising beim THW?

Barrierefreiheit ist keine Zusatzaufgabe – sie ist Voraussetzung für moderne Einsatzfähigkeit. Dieser Leitfaden zeigt: Mit der passenden Strategie wird Fundraising für inklusive Projekte beim THW zum Erfolgsmodell. Fördergelder wie von Aktion Mensch, ergänzt durch Spenden und starke Veranstaltungen, machen Vorhaben finanzierbar.

Besonders wichtig dabei sind die THW-Helfervereine. Nur sie können Spendenbescheinigungen ausstellen oder Förderanträge stellen. Damit tragen sie entscheidend zur Umsetzung inklusiver Infrastruktur, Öffentlichkeitsarbeit oder technischer Lösungen bei. Und: Sie stärken die Akzeptanz des Ortsverbands und seine Zukunftsfähigkeit.

Praxisnaher Tipp: Planen Sie regelmäßige kleine Aktionen mit niedrigem Aufwand – ideal für Einstieg oder Finanzierung des Eigenanteils. Beispiele: Technik-Vorführung, Kuchenstand oder kindgerechte Mitmachstation am Tag der offenen Tür.

Fazit: Inklusion gelingt dort, wo Fundraising klug aufgesetzt ist. Der nächste Schritt? Lesen Sie unseren Spendenguide – mit Praxisbeispielen, Finanzierungswegen und konkreten Umsetzungshinweisen.

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Quellen:
Behindertenbeauftragte der Bundesregierung
Aktion Mensch Förderprogramme
Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Inklusions-Initiativen
BAGFW – Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

Häufige Fragen rund um Inklusion im THW-Fundraising

Wie kann ich Fördermittel für barrierefreie Projekte im THW beantragen?

Fördermittel beantragen in der Regel die THW-Helfervereine – nicht der THW-Ortsverband selbst. Dies liegt daran, dass diese Vereine als gemeinnützige Träger rechtsfähig sind. Zuschüsse können etwa bei Aktion Mensch oder den jeweiligen Landeshelfervereinigungen beantragt werden. Essenziell sind ein konkreter Projektantrag, ein realistischer Finanzplan und ein schlüssiger Eigenanteil.

Welche Maßnahmen zur Barrierefreiheit werden besonders häufig gefördert?

Zu den geförderten Maßnahmen zählen bauliche Anpassungen wie Rampen oder barrierefreie Toiletten, digitale Barrierefreiheit sowie inklusive Öffentlichkeitsarbeit. Auch angepasste Einsatzmittel oder Fortbildungen in Leichter Sprache sind häufig förderfähig.

Können sich Menschen mit Behinderungen am Fundraising beteiligen?

Ja. Viele setzen sich als Projektpaten oder Moderatoren für barrierefreie Projekte ein. Ihre Erfahrungen bieten authentische Einblicke – zum Beispiel für Social Media, Online-Videos oder Interviews mit Lokalmedien.

Wie finde ich geeignete Spender für mein Projekt?

Setzen Sie auf regionale Verbundenheit: Ein Kuchenverkauf, ein Mitmachtag oder ein Sponsorenlauf sind gute Gelegenheiten, um Menschen vor Ort zum Mitmachen zu motivieren. Auch Unternehmen zeigen mehr Bereitschaft zur Förderung, wenn der Zweck konkret und lokal verankert ist.

Praxis-Tipp: Der Spendenguide unterstützt Sie bei der Suche nach geeigneten Fördermitteln, bei der Projektplanung und mit Vorlagen zur Mittelakquise – eine echte Hilfe für Ihren Ortsverband und Ihren Helferverein.

Nach folgenden Begriffen wird auch oft gesucht:

THW Fördermittel, Inklusion im Katastrophenschutz, barrierefreie THW-Projekte, Fundraising für Ehrenamt, Aktion Mensch THW

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